Entfernung von Aktiv-Schwefel aus Bearbeitungsölen.
Beim Schleifen und Honen mit schwefelgetränkten Schleifscheiben und Honhülsen wird durch den Abrieb Aktiv-Schwefel in das Bearbeitungsöl eingetragen.
Übersteigt der Anteil an Aktiv-Schwefel einen bestimmten Schwellenwert, kommt es zu „Schwarzfleckigkeit“ (Eisensulfid - Bildung) auf den Oberflächen der bearbeiteten Werkstücke.
Ausfällungen und Auskristallisation von Schwefel und schwefelhaltige Ablagerungen in den Produktionsmaschinen führen zu Störungen, im schlimmsten Fall zu Produktionsausfall.
Durch ein neues Verfahren (Patent: DE 10 2008 054 657 A1) kann der Aktiv-Schwefel effektiv und kostengünstig eliminiert werden.
Das schwefelbelastete Bearbeitungsöl wird in einem mit Kupferkörpern gefüllten Reaktionsbehälter im Niedertemperaturbereich (< 70°C) behandelt.
Aktiv-Schwefel und Kupfer bilden das Reaktionsprodukt Kupfersulfid auf den Kupferkörpern aus. Ist die Kupferoberfläche mit Kupfersulfid beladen, wird das Reaktionsprodukt durch rein mechanische Einwirkung von der Oberfläche abgelöst.
So steht wieder blankes Kupfer zur weiteren Reaktion mit gelöstem Aktiv-Schwefel zur Verfügung.
Das kolloid- und partikelförmig vorliegende Kupfersulfid wird nach Ablauf der Reaktion durch geeignete Filtrationssysteme abgetrennt.
Die Reaktionszeit liegt je nach Belastung des Bearbeitungsöls zwischen 1 Stunde und 3 Stunden.
Das „entschwefelte“ Bearbeitungsöl kann wie Frischöl wiederverwendet werden.
Eingehende Versuche mit einer 100-Liter-Testanlage und anschließende Analysen mit Schleiföl, Honöl und Öl aus Brikettierpressen zeigen, dass durch das neue Verfahren nur der eingetragene Aktiv-Schwefel eliminiert wird.
Der im Grundöl befindliche Elementarschwefel und dem Bearbeitungsöl zugesetzte Additive werden nicht beeinträchtigt oder geschädigt.
Die kompakten Chargen-Entschwefelungsanlagen werden kundenspezifisch ausgelegt und können im Bypass zur Öl-Kreislaufanlage oder als externe Anlagen betrieben werden.
Im Bypass-Betrieb, wird das Reaktionsprodukt Kupfersulfid zum Beispiel über vorhandene Anschwemmfilter abgetrennt.
Im Extern-Betrieb ist der Entschwefelungsanlage eine zusätzliche Filtrationsstufe nachzuschalten.
Versuche mit der Testanlage haben gezeigt, dass sich das Reaktionsprodukt Kupfersulfid aus Schleiföl, Honöl und Öl aus Brikettierpressen ohne Verblockung mittels Membranfiltration abtrennen lässt.
Die niederviskosen Honöle lassen sich auch sehr gut mittels Zentrifuge reinigen.
Abreinigungswerte:
Beispiel Schleiföl:
Vor der Behandlung:
S (RFA) = 0,34
Aktiv-Schwefel, Kupferkorrosionstest = 3
Nach der Behandlung mit Kupfer:
S (RFA) = 0,11
Aktiv-Schwefel, Kupferkorrosionstest = 0
Beispiel Honöl:
Vor der Behandlung:
S (RFA) = 0,67
Aktiv-Schwefel, Kupferkorrosionstest = 4b
Nach der Behandlung mit Kupfer:
S (RFA) = 0,02
Aktiv-Schwefel, Kupferkorrosionstest = 1a
Beispiel Öl aus Brikettierpresse:
Vor der Behandlung:
S (RFA) = 0,34
Aktiv-Schwefel, Kupferkorrosionstest = 3
Nach der Behandlung mit Kupfer:
S (RFA) = 0,09
Aktiv-Schwefel, Kupferkorrosionstest = 0
(RFA) = Röntgenfluoreszenz, Kupferkorrosionstest nach DIN EN ISO 2160
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